07.03.2014

Geldspritze für Hessens beste THW-Jugend

Bensheim. "Wer macht den Maschinisten?", fragt Sascha Stein - und der Jugendbetreuer des Technischen Hilfswerks Bensheim muss nicht lange auf eine Antwort warten: "Ich!", reagiert einer der Jugendlichen, die sich - in THW-Uniformen gehüllt und mit Helmen auf den Köpfen - auf dem Gelände der blauen Truppe an der Lahnstraße 51 in Bensheim tummeln.

Gesagt, getan: Während der junge Mann das Anlassen und Überwachen des benzinbetriebenen Aggregats übernimmt, mit dem Druck auf die Hydraulikleitungen gegeben wird, ergreift ein anderer Freiwilliger den Rettungsspreizer und setzt ihn an. Wie von Geisterhand hebt sich eine 750 Kilogramm schwere Betonplatte in die Höhe.

Weitere Nachwuchskräfte stehen bereit und packen mit an: Vorsichtig schieben sie Kanthölzer unter die Last und sichern sie mit einem Kreuzverbau ab. Sascha Stein ist mit seinem Team zufrieden, die Übungsaufgabe wurde gut gelöst. Und wenngleich sie von Kindern bearbeitet wurde - ein Kinderspiel war das nicht. Der Spreizer selbst bringt schon 20 Kilogramm auf die Waage und wird mit einem Betriebsdruck von 630 Bar in Gang gesetzt: "Nur mal zu Eurer Information: Auf einer Wasserleitung sind üblicherweise fünf Bar Druck", so Stein, der vor dem Einsatz gewarnt hat: "Handschuhe an - und wenn irgendwo etwas undicht erscheint: Finger weg - sonst sind sie ab."

Für Sicherheit und "Glühbier"

Rainer Heilmann, Verkaufsleiter Gastronomie und Getränkegroßhandel der Privatbrauerei Schmucker, ist genauso beeindruckt wie Karl-Heinz Schlitt, Chefredakteur und Geschäftsführer des Bergsträßer Anzeigers. Die beiden sind mit Redakteur Michael Ränker beim THW Bensheim zu Gast, um eine Spende zu übergeben. 1500 Euro für die Jugendarbeit kann Sascha Stein in Empfang nehmen. Das ist die Belohnung für die ebenso tatkräftige wie unverzichtbare Unterstützung, die das Technische Hilfswerk alljährlich im Rahmen der Weihnachtsbaumaktion leistet.

Kurz vor Heiligabend rückten auch im vergangenen Jahr wieder erwachsene Ehrenamtliche der Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes mit ihren Spezialfahrzeugen an die Tannenbaumschonung von Privatwaldbesitzer Kurt Rettig unterhalb des Krehbergs aus, um die technische Infrastruktur sicherzustellen. Mit ihren Zelten sorgen die Frauen und Männer des 80 Einsatzkräfte starken THW Bensheim dafür, dass die Hundertschaften, die sich einen frischen Weihnachtsbaum schlagen wollen, ein Dach zum Verweilen überm Kopf haben. Und das Stromaggregat des THW sorgt dafür, dass Grillhähnchen brutzeln und Glühwein heiß wird. Und dass Alexander Limp, Marketingchef der Privatbrauerei Schmucker, sein schmackhaftes "Glühbier" brauen kann.

35 Nachwuchskräfte

Seit Jahren arbeitet das THW Bensheim bei der Weihnachtsbaumaktion mit, macht sie überhaupt erst möglich: "Ohne Euch geht's nicht", bedankte sich Schlitt im Namen von BA und Schmucker für den Einsatz. Und Sascha Stein versicherte: "Das Geld kommt zu hundert Prozent unserer Jugendarbeit zugute - das ist eine genial gute Unterstützung für uns."

Was die Zeitung- und Biermacher auf dem THW-Gelände erlebten, wurde übrigens nicht extra für sie inszeniert: Woche für Woche proben Stein und seine Betreuerkollegen mit dem Nachwuchs den Ernstfall. 35 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 10 bis 18 Jahren werden zurzeit ausgebildet. Immer donnerstags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Ebenso viele Mädchen und Jungen treten freitags von 17 bis 18.30 Uhr an, wenn Ulrich Michel und sein Team die Sechs- bis Zehnjährigen zur Mini-Gruppe einlädt.

Familientag an Fronleichnam

Damit bietet das Technische Hilfswerk Bensheim die größte THW-Jugend in ganz Hessen auf - und die Beste: Im vergangenen Jahr ging sie unter 27 Teilnehmern als Sieger des Landesjugendwettbewerbs hervor und darf jetzt in 2014 um den Bundessieg kämpfen.

Wer sich für die Arbeit des THW interessiert, der sollte sich heute schon einen Termin vormerken: Die blaue Truppe lädt für den Feiertag Fronleichnam (19. Juni) erneut zum beliebten Familientag ein. Dann gibt's nicht nur lecker Bratwurst, sondern auch jede Menge Einblicke in die Arbeit der Retter. mik

Mittwoch, 05.03.2014
Quelle: Bergsträßer Anzeiger